SOIL:OurInvisibleAlly
Pflanzung in Egling an der Paar 2026
Am 7. Mai verwandelte sich eine Gemeindewiese in Egling a.d.Paar in einen Ort der Begegnung und des Wachstums. Hier verschmolzen zwei bedeutende Anliegen zu einer gemeinsamen Tat: Im Rahmendes EU-Projekts „SOIL:OurInvisibleAlly“ und der Initiative „Inklusion im Ehrenamt“ (gefördertesProjekt des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales, ein Angebot der lagfaBayern e.V.) wurde ein Zeichen für unsere Umwelt und unser Miteinander gesetzt.
Unter der engagierten Organisation von Nico Storz (Projektverantwortlicher für Agroforstsysteme)sowie Nicole Vokrouhlik (Koordinatorin Inklusion) und Brigitte Schlecht (Ehrenamtskoordinatorin) vomLandratsamt Landsberg am Lech entstand ein besonderes Miteinander. Hand in Hand pflanztenMitbewohner der Arche Landsberg und Mitarbeiter des örtlichen Bauhofs 40 Johannisbeersträucherund 9 Walnussbäume. In diesem inklusiven Freiwilligentag wurde deutlich: Wenn wir Barrierenabbauen, wächst etwas Großes.
Bürgermeister Ferdinand Holzer zeigte sich bei seinem abschließenden Besuch sichtlich beeindrucktvom Ergebnis. Er würdigte die harmonische Kooperation zwischen Bauhof, Landratsamt und derArche, die nicht nur den Boden schützt, sondern vor allem den sozialen Zusammenhalt in unsererRegion nachhaltig stärkt.
Pflanzung bei Bio-Bauer Eisele in Scheuring Frühjahr 2026
Im Rahmen des Projekts wurde in der Gemeinde Scheuring eine weitere Agroforst-Pilotfläche angelegt. Gemeinsam mit dem Bio-Landwirt Michael Eisele und dem Agroforstexperten Wolfram Kudlich (Wald21) wurden auf einer Rinderweide verschiedene Pappelsorten sowie Weiden gepflanzt. Die Gehölze werden in den kommenden Jahren drei heckenartige Baumstreifen bilden und die Weide nachhaltig aufwerten.
Ein zentrales Ziel der Maßnahme ist die Verbesserung des Tierwohls. Die Bäume spenden den Rindern insbesondere während der zunehmend heißen Sommermonate Schatten und tragen durch ihre Verdunstungsleistung zu einem kühleren Mikroklima bei. Dadurch kann Hitzestress reduziert werden, der sich negativ auf Gesundheit, Futteraufnahme und Leistungsfähigkeit der Tiere auswirken kann.
Darüber hinaus übernehmen die Gehölzstreifen zahlreiche ökologische Funktionen: Sie dienen als Windschutz, fördern die Biodiversität und verbessern langfristig die Bodenqualität. Das regelmäßig anfallende Holz der schnell wachsenden Pappeln kann zudem wirtschaftlich genutzt werden. Gleichzeitig übernehmen die Pappeln die Rolle sogenannter „dienender Bäume“, indem sie rasch Struktur schaffen, das Wachstum später gepflanzter Wertholzbäume unterstützen und eine flexible Entwicklung des Agroforstsystems ermöglichen.
Im Herbst wird die Pflanzung durch weitere Wertholz- und Obstbäume ergänzt. Dadurch entstehen zusätzliche Lebensräume für Insekten und andere Tierarten sowie langfristige Ertragsperspektiven für den landwirtschaftlichen Betrieb. Die Pilotfläche zeigt beispielhaft, wie sich moderne Landwirtschaft, Klimaanpassung, Biodiversitätsförderung und Tierwohl erfolgreich miteinander verbinden lassen.
Pflanzung bei der Seelawi Schondorf 2025
Nach dem gelungenen Auftakt in Unterdießen ging das Projekt nun in die zweite Runde: Auf der Erntegemeinschaft des Seelawi-Ackers in Schondorf pflanzten engagierte Helferinnen und Helfer gemeinsam mit den Gärtnern Adrian Lusar und Verena Erlbacher rund 60 verschiedene Bäume. Unter den neuen Pflanzungen sind bewährte Obstarten wie Äpfel, Quitten, Kirschen, Birnen und Johannisbeeren.
Neben der eigentlichen Pflanzung standen auch Bewässerung, Anbinden und Pflege der jungen Bäume auf dem Programm, damit sie gut anwachsen und langfristig ihre Wirkung entfalten können. Auch Projektleiter Nikolaus Storz vom Landratsamt packte dabei tatkräftig mit an.
Erste Agroforst-Pflanzung im Rahmen des EU-Projekts „SOIL:OurInvisibleAlly“ in Unterdießen erfolgreich umgesetzt
Am 31. Oktober 2025 in Unterdießen wurde die erste Agroforst-Pflanzung im Landkreis Landsberg am Lech umgesetzt. Bei strahlendem Wetter griffen rund zehn freiwillige Helfer gemeinsam mit Bürgermeister Alexander Enthofer, Projektverantwortlichem Nikolaus Storz und Flächeneigentümer Wolfram Schiele zu Spaten und Schaufel.
Die Pflanzung wurde von Wolfram Schiele initiiert, der zusammen mit Familie, Freunden und Bekannten die Aktion organisierte. Gepflanzt wurden vogelfreundliche Baumarten wie Hainbuche, Weißdorn, Schwarzer Holunder, Faulbaum und Kornelkirsche. Diese bieten Nahrung und Nistmöglichkeiten für Vögel, schützen den Boden vor Winderosion und verbessern das Mikroklima.
Bereits vorhanden ist auf der Fläche eine Benjeshecke, die sich als wertvoller Lebensraum für zahlreiche Tierarten etabliert hat. Die neue Baumreihe ergänzt diese bestehende Struktur ideal und stärkt die Biodiversität.
„Früher war die Landschaft reich an Hecken und Baumreihen. Durch die Flurbereinigung gingen viele verloren – jetzt holen wir sie Stück für Stück zurück“, sagt Wolfram Schiele, Initiator der Pflanzung.
Auch Nikolaus Storz vom Landratsamt Landsberg am Lech betont die Bedeutung solcher Projekte:
„Agroforstsysteme zeigen, wie sich Bodenschutz, Artenvielfalt und Landwirtschaft miteinander verbinden lassen. Das Engagement von Herrn Schiele ist ein Vorbild für weitere Flächen im Landkreis.“
Mit dieser ersten Pflanzung wurde ein wichtiger Schritt für nachhaltiges Bodenmanagement und klimafitte Landwirtschaft im Landkreis Landsberg am Lech gesetzt.
Projektstart in Ljubljana gesunde, lebendige Böden weiterhin im Fokus
Seit September 2024 ist der Landkreis Landsberg am Lech Mitglied im neuen EU INTERREG-geförderten Projekt SOIL:OurInvisibleAlly! Link zur Projektwebsite
Das Projektkonsortium traf sich Mitte Oktober in der Hauptstadt Sloweniens Ljubljana um die ersten Schritte zu besprechen. Insgesamt beteiligen sich 12 Partner aus 5 Ländern (Slowenien, Deutschland, Österreich, Italien, Frankreich) an dem Projekt.
Der Landkreis beteiligt sich vor allem mit den Themen Agroforst und Wald. Hierbei wird versucht Agroforst im Landkreis zu fördern, eigene Standorte aufzubauen und möglichst bürokratische Hürden abzubauen.
Die Daten des Projekts in der Übersicht:
Fördervolumen
Förderung insgesamt: 2.849.646 € (75% der Gesamtkosten)
Förderung für den Landkreis: 190.800€
Projektlaufzeit
von 1. September 2024 bis 31. August 2027
Zielgruppe
Gemeinden und Regionen
Partner
12 Projektpartner aus ganz Europa; Lead-Partner: Slowenisches Forstinstitut
Förderprogramm
Interreg Alpine Space
Das Projekt wird die Akzeptanz des nachhaltigen Bodenmanagements in den Alpen auf kommunaler und regionaler Ebene verbessern, um seine lokale Verankerung und Umsetzung zu fördern. Es wird vorhandenes Wissen bündeln und praktische Maßnahmen an mehr als 10 Pilotstandorten anwenden, um den Boden zu schützen und die Widerstandsfähigkeit der Alpenböden gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels zu verbessern. Das Do-how wird die transnationalen Politiknetzwerke (AC-SPWG, EUSALP AG2/6/7/8, EU-Bodenüberwachungs- und -resilienzrichtlinie) stärken, um das Bodenwissen zu verankern und zu replizieren, was zu einer neuen Kultur des nachhaltigen Bodenmanagements und einer langfristigen Transformation führt.


























