Future Forest Ein EU-Waldumbauprojekt

Future Forest

Was ist das?

"Future Forest" ist ein EU-Pilotprojekt zur Anpassung der Wälder an den Klimawandel, folgend auf den Ergebnissen der bereits fertiggestellten Klimawandelstudie des Landkreises. Bis April 2020 befasste sich auch das INTERREG-Vorgängerprojekt "Links4Soils" mit dem gleichen Thema. Ziel beider Projekte ist die Verbesserung der Ökosystemleistungen von Wäldern mit dem innovativen Ansatz des Bodenmanagements. Um die vorangegangenen Untersuchungen weiterführen zu können wurde ein LIFE-Förderantrag für das Projekt "Future Forest" gestellt.
Durch die Unterstützung im europaweiten LIFE-Förderprogramm können der Landkreis Landsberg am Lech und seine Projektpartner die Stadt Landsberg am Lech und die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf die zuvor gesetzten Ziele bis Ende 2023 umsetzen.
Sowohl Gemeinden mit Waldanteil im Landkreis wie auch Privatwälder werden in dieses Projekt miteinbezogen. Am Ende der Projektlaufzeit ist die Erstellung eines Leitfadens für Kommunen, Planer, Naturschützer und Waldbewirtschafter vorgesehen, dessen Inhalte europaweit eingesetzt werden können.

Projektdauer: 01.09.2020 - 31.12.2023

 

AKTUELLE UMFRAGE der Studenten (HSWT) aus dem Fach Holzenergie zum Thema "Holzenergie in der Bevölkerung"


Wieso die LIFE-Förderung?

  • Durch den europaweiten Demonstrationscharakter wird dieses Projekt und dessen Ergebnisse auf EU-Ebene veröffentlicht und kommuniziert.
  • Die Verknüpfung des eigentlichen Projekts "Future Forest" mit bereits laufenden Aktionen im Klimaschutz auf Landkreisebene ist durch die LIFE-Förderung möglich.
  • Durch dieses Partnerschaftsprojekt kann die Zusammenarbeit der Kreisverwaltung mit den Kommunen verstärkt werden.
  • EU-Fördergelder generieren Aufträge in der Region.
Future Forest
Future Forest

Was ist die Rolle des Landkreises?

Der Landkreis fungiert als Schnittstelle zwischen der EU und der Projektgruppe. Die Hauptaufgabe des Landkreises ist die Koordinierung des Projekts "Future Forest". Dies bedeutet, dass der Landkreis neben den administrativen Aufgaben auch als Anlaufstelle für die verschiedenen Projektpartner dient und für die Sichtbakeit des Projektes zuständig ist.
In dieser anspruchsvollen Tätigkeit wird der Landkreis von einem externen Consulting-Büro begleitet. 


Projektmeilensteine:

  • Abschluss des Vorgänger-Projektes "Links4Soils" im April 2019
  • Zusammenschluss künftiger Projektpartner für "Future Forest" 
  • Einholung des politischen Willens für die Durchführung 
  • Ausarbeitung des Konzeptes und Antragstellung auf eine EU-LIFE-Förderung 
  • Zuschlag als europaweite Modellregion mit Bewilligung der Förderung 
  • Projektstart am 01. September 2020 
  • Am 09.12.2020 fand die Auftaktveranstaltung mit den beteiligten Projektpartnern statt:
    Die Kooperationsverträge wurden unterschrieben.

Future Forest
Future Forest
Future Forest
Future Forest
Future Forest
Future Forest

Hauptfokus: Der lebendige Boden, die Bodenleistung

Aktuell wird das Thema Boden bzw. der Einfluss dessen breitflächig ausgeblendet. Dabei stellt er die Grundlage für das oberirdische Pflanzenwachstum dar. Zukünftig soll ein Bewertungssystem angewandt werden, welches die Bodenleistung mithilfe der Parameter Humusform, Regenwurmpopulation, Feinwurzelmenge und -tiefe sowie dem Wurzelsystem berechnet.

Über dieses System kann der Boden umfassend bewertet und Schlüsse daraus gezogen werden. Um (auch) in Zukunft die Ökosystemleistungen des Waldes zu gewährleisten, kann z.B. eine dazu notwendige Bodenleistung berechnet werden. 

Die wichtige Rolle des Regenwurms

  •  Regenwürmer ziehen Blätter nachts in ihre Gänge, wo die Blätter weiter zersetzt und gefressen werden. Sie sorgen so für eine bessere Durchlüftung des Bodens und auch Wasser kann somit leichter in den Bodenspeicher gelangen. Die Gänge werden zudem auch gern für die Durchwurzelung von Pflanzen genutzt.
  •  Die Masse der Regenwürmer im Boden (weltweit) ist ca. doppelt so schwer, wie das Gewicht aller Menschen (2,3 Mio Tonnen!). In Deutschland kommen insg. 46 Regenwurmarten (Lumbriciden) vor, weltweit jedoch gibt es schätzungsweise 30.000 Arten.
  •  Im aktuellen durchschnitts- Waldboden (sauer!) fehlen Tiefgräber (Diese Arten graben bis zu 3 m tiefe Gänge) in 60% der Fälle komplett und in 33% aller Waldböden gibt es gar keine Regenwürmer (mehr), zum Großteil wegen der starken Versauerung durch die (Fichten-) Nadeln.
  •  Sie fressen zudem auch mit Vorliebe Pflanzenreste, auf denen sich Schädlingspilze (für Pflanzen) vermehren. Dies ist ein weiterer Aspekt, wie Regenwürmer den Boden hygienisieren.
  • "Reh oder Regenwurm": Um eine Regenwurmpopulation im Wald aufzubauen bedarf es u.a. Laubbäume, welche Laub abwerfen, welches darauf hin den Regenwürmern als Nahrung dienen kann. Sind zu viele Rehe im Wald führt dies meist zu einer zu hohen Verbissrate (junge Pflanzen werden (z.T. mehrfach) an der Triebspitze abgebissen, wodurch diese in ihrem Wachstum behindert werden) und ein Mischwald-Aufbau wird stark erschwert. Hier ist eine Zusammenarbeit mit den Jägern von Nöten, welche i.d.R. ihre Abschussraten vorerst erhöhen müssen, damit die jungen Pflanzen eine Chance haben. 

Die Ökosystemfunktionen des Waldes

Außer der Produktion von Holz erfüllt der Wald noch weitere Funktionen: Das Zurückhalten von Wasser, das Filtern von Trinkwasser, die CO2-Speicherkapazität, lokale Kühlung (Verdungstung, "lokaler Regenmacher") und der Erholungsraum für den Menschen - Bisher werden diese Leistungen jedoch nicht prämiert.

Daher werden im LIFE FutureForest Projekt Beispielsweise über Monate hinweg die Luftfeuchte und die Temperatur im Wald im Vergleich zur Stadt gemessen, womit die Auswirkingen, die der Wald auf das Klima hat nochmals belegt werden.

Die langfristige Perspektive: 

  •  Würdigung aller Ökosystemfunktionen des Waldes
  •  Anreize für die Waldbesitzer, diese mit ihrem Wald sicher zu stellen (und damit nicht nachhaltige Waldwirtschaft vermeiden!)

 

weitere Ziele im Projekt bis 2023:

  •  240.000 Tonnen CO2-Speicherung
  •  Entstehung von "lebendigen" Böden auf 10.000 Hektar

 


Test Debarking Head 2021
Future Forest
Harvester mit Debarking-Head Aufsatz entrindet Pappel in Kaufering

In der Projektwoche vom 15.03. bis zum 19.03.21 namen wieder Studenten der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, sowie die Projektleiter des LIFE Future Forest - Teams teil. In einem Waldstück (Energiewald) bei Kaufering wird ein bis jetzt in der Forstwirtschaft selten vorkommendes Gerät genutzt: Der Debarking-Head. Hierbei handelt es sich um eine Modifikation des Harvesterkopfes, wodurch der Stamm nicht nur kurz unter dem Boden abgeschnitten und entastet, sondern zusätzlich noch entrindet wird. 

Die Rinde lässt sich besonders gut lösen, wenn die Bäume bereits "im Saft" stehen, dann fungiert das Wasser unter der Rinde wie ein Trennfilm. Durch das Zurücklassen der Rinde auf dem Boden führt man diesem wertvolle Nährstoffe zurück denn in der Rinde sind ca. 30% der Nährstoffe des Baumes gespeichert. Zudem sorgt ein hoher Rindenanteil bei der Verbrennung (Verarbeitung zu Hackschnitzel) für einen höheren Feinstaubanteil und ist an dieser Stelle daher unerwünscht. Weitere wichtige Vorteile der Entrindung: Verbesserung des Bodenlebens, Erhöhung der Wasserspeicherkapazität.

 

Video: Erster Debarking Test im März

Future Forest
Future Forest
Future Forest
Future Forest
Future Forest
Future Forest

2. Test am 21.04.21

  • Die Prozedur ging deutlich leichter von statten, da die Bäume im Saft standen und somit die Wachstumsschicht (Kambium) wie ein Trennfilm fungiert und sich die Rinde sich leichter lösen ließ.
  • Zukünftiges Ziel: Waldbesitzer sollen Anreize bekommen, den Debarking-Head zu verwenden (sofern möglich über den Zertifikatehandel = Biomasse in CO-2 umrechnen)
  • Sie betreiben auf diese Weise ein positives Bodenmanagement, welches von großer Bedeutung ist, wenn zukünftig eine gesunder und auf die Klimaveränderungen angepasster Dauermischwald geschaffen werden soll
  • Vorteil: Gesündere, lebendige Böden speichern mehr Wasser, mehr Nährstoffe, mehr CO-2, emittieren weniger Treibhausgase (Methan, Lachgas) und liefern mehr und gesünderes Trinkwasser.

Fernsehbeitrag Bayerischer Rundfunk (Abendschau 03.05.2021)


Vortrag Stefan Schwarzer: "Die Bedeutung von Vegetation und fruchtbarem Boden für den Wasserkreislauf und das Klima"




Future Forest
Future Forest
Future Forest
Future Forest

Durch das Laden dieser Ressource wird eine Verbindung zu externen Servern hergestellt, die evtl. Cookies und andere Tracking-Technologien verwenden. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Externe Medien erlauben